
Verbindung vor dem Bohren klären
Eine Bohrung im Hohlprofil ist Teil der Verbindung. Lastrichtung, Wanddicke, Randabstände, Zugang und Steifigkeit der Anschlussplatte müssen gemeinsam betrachtet werden. Durchgangsschrauben, Blindbefestiger und andere Systeme sind nicht beliebig austauschbar; bei tragenden Bauteilen gilt das Ingenieurdetail.
Prüfen Sie, ob Kopf und Mutter mit Werkzeug erreichbar sind. Schneiden Sie keine improvisierte Zugangsöffnung in das Profil; Sonderbefestiger sind anhand der Herstellerunterlagen und Bemessung zu verifizieren.
Bezug und Achse festlegen
Alle Maße von einer Bezugsfläche und einem Ende übertragen, Bauteillage kennzeichnen und eine geprüfte Schablone verwenden.
Gegenüberliegende Bohrungen einer Durchgangsschraube müssen fluchten. Das erste Teil mit Platte, Scheibe und Schraube trocken montieren.
Abstände nach Planung
Die Lage zu Profilende, Eckradius und Nachbarbohrung beeinflusst Nettoquerschnitt und lokales Verhalten. Eine universelle Faustformel gibt es nicht.
Fehlbohrungen nicht ungeplant mit der Schleifscheibe verlängern. Lang- und Übermaßlöcher brauchen eine ausdrückliche Freigabe.
Werkstück sicher spannen
Nach OSHA-Hinweisen ist das Werkstück an der Bohrmaschine zu spannen und nicht mit der Hand zu halten. Lange Profilenden abstützen und dünne Wände nicht punktuell eindrücken.
Schutzeinrichtungen, geeigneten Augenschutz und sichere Kleidung verwenden; nur bei stillstehender Spindel messen, einstellen oder Späne entfernen.
Bohrer, Drehzahl und Vorschub
Einen scharfen Stahlbohrer wählen und Drehzahl, Vorschub sowie Kühlschmierstoff auf Werkstoff, Beschichtung und Maschine abstimmen. Beim Austritt den Vorschub kontrollieren.
Beidseitiges Bohren ist nur sinnvoll, wenn beide Zentren exakt zusammentreffen. Rückstände vor der Beschichtungsreparatur entfernen.
Dünne Profilwand nicht quetschen
Eine Durchgangsschraube zieht beide Wände zusammen. Dünne Wände können sich einbeulen; eine größere Scheibe allein löst dieses Problem nicht grundsätzlich.
Vorgesehene Distanzhülsen oder Verstärkungen in der festgelegten Länge einbauen. Schraubengröße und Anziehverfahren nicht eigenmächtig ändern.
Entgraten und Schutz erneuern
Scharfe Grate entfernen, ohne das Loch aufzuweiten, und Späne aus dem Profil beseitigen. Nur ebene Flächen erlauben korrektes Anliegen von Scheibe und Hülse.
Beschädigte Grundierung, Farbe oder Verzinkung nach kompatibler Herstellervorgabe reparieren; außen zusätzlich Entwässerung und Endverschluss planen.
Erste Verbindung freigeben
Die erste Verbindung mit allen Serienteilen trocken montieren und Durchgang, Auflage, Wandform und Werkzeugzugang prüfen.
Profil, Wanddicke, Zeichnungsstand, Befestiger, Anziehverfahren und Reparatursystem dokumentieren. Die Tragfähigkeit bestätigt der verantwortliche Ingenieur.
